Seite 8 Rei ter journal -Ext ra Freitag, 15. November 2024 Eines ist gewiss: Mit einem Hansi Dreher ist im Zeitspringen immer zu rechnen! Am Donnerstagabend hatte der Weltcup- und Nationenpreisreiter im Stuttgarter Hexenkessel nun wieder alles riskiert – mit Erfolg! Im Sattel seines langbeinigen Fuchswallachs Vestmalle des Cotis setzte der 52-Jährige von Beginn an sein gewohntes „Dreher-Tempo“ an, wählte stets die engst möglichen Wendungen und ließ den Sohn des Baloubet du Rouet auf der Schlusslinie nochmal ordentlich nach vorn galoppieren. Mit einem riesigen Satz sprang der 15-jährige Franzose über den abschließenden, wuchtigen Oxer – bei 63,56 Sekunden stoppte die Zeit. Dem Südbadener war damit ein doppelter Streich gelungen, denn bereits im vergangenen Jahr hatte Hansi Dreher den Preis der XXL-Sicherheit über 1,50 Meter für sich entschieden. Und das mit keinem Geringeren als Vestmalle des Cotis. Wahre Wiederholungstäter! Lediglich Steve Guerdat war es mit dem sprunggewaltigen Franzosen-Hengst Easy Star de Talma gelungen, Drehers Zeit um 49 Hundertstel zu toppen. Am Aussprung der ersten Kombination fiel jedoch eine Stange in den Sand, wodurch drei Strafsekunden addiert werden mussten und der Traum vom Sieg geplatzt war. Nah dran war zudem Henrik von Eckermann. Seit über zwei Jahren führt der Schwede nun die Weltrangliste an und sammelt auch in Stuttgart fleißig Punkte. Im Gepäck hatte der Doppelweltmeister die griffige Schimmelstute Calizi. An dritter Stelle triumphierte Eckermanns Landmann Peder Fredricson im Sattel von Catch me Not S. Auch der Sieg im Eröffnungsspringen über 1,45 Meter blieb trotz hoher internationaler Konkurrenz im Ländle, genauer gesagt bei Tim Hoster, der den von Christa Jung erbauten Parcours wie am Schnürchen bestritt. Dabei ist es sage und schreibe 15 Jahre her, dass der gebürtige Rheinländer in der internationalen Tour gestartet ist – damals noch als Bereiter im Stall Marschall tätig. Mit diesem Sieg ist dem Perfektionisten die Rückkehr mit Bravour geglückt! Zurück zum Geschehen im Hexenkessel: Spielerisch leicht steuerte der in Harthausen ansässige WahlSchwabe den zehnjährigen Cirro über die Sprünge im Preis der Bardusch GmbH und Co. KG Textil-Mietdienste. Der Sohn des Casalito aus der Zucht und dem Besitz von Josef Unkelbach war am heutigen Morgen spritzig unterwegs – gar etwas übereifrig – doch Hoster wusste sich die Motivation des Braunen geschickt zunutze zu machen. Stets die engsten Wege, direkte Distanzen und etwas Risiko auf der Schlusslinie bescherten dem Paar den Sieg in 61,12 Sekunden. Dabei steht der Holsteiner-Hengst noch keine zehn Tage im Stall des Profis: „Ich bin Cirro letzte Woche schon einmal in Riesenbeck im Großen Preis geritten. Dort sprang er sensationell und ich habe ein Gespür dafür bekommen, wie man die Knöpfe drücken muss. Heute wollte ich ihn etwas mehr galoppieren lassen, habe die Wendungen ein klein wenig enger genommen, aber nicht übertrieben. Er springt abartig, wie ein kleiner Flummi und ist dazu noch ein richtiger Kämpfer!“, beschreibt Hoster seinen Neuzugang euphorisch. Nicht weniger erfolgreich war ein weiterer Baden-Württemberger, nämlich Adrian Schmid und sein Erfolgspartner Chicharito. Der international für die Schweiz startende Profi aus Boll war flott unterwegs – mit 63,90 Sekunden wurde es ein bärenstarker zweiter Platz. Auf dem Bronzerang triumBaden-Württembergs Musketiere Der Startschuss der internationalen Springtour ist gefallen. Drei Prüfungen standen auf dem Programm und dreimal ging der Sieg ins Ländle. Wiederholungstäter: Hansi Dreher und Vestmalle des Cotis springen erneut zum Sieg im Preis der XXL-Sicherheit (l.). Tim Hoster und der sprunggewaltige Cirro siegen zum internationalen Auftakt (r.). Fotos: Lafrentz
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