Reiterjournal Extra 2025 - Sonntag

Seite 10 Rei ter journal -Ext ra Sonntag, 16. November 2025 rung und feierte auf diesem Niveau seinen ersten nationalen und später internationalen Sieg. „Das sind die Erlebnisse, an die man immer wieder denkt.“ Auch Stuttgart hat einen besonderen Platz in seiner Erinnerung. „Hier habe ich mit Meggle’s Boston im German Masters den vierten Platz gemacht. Und ich stand dreimal im Finale des iWEST Dressur Cups – zweimal gewonnen, einmal Zweiter. Das sind Erfolge, die man nicht vergisst.“ Es sind Momente, auf die er heute mit professioneller Ruhe, aber sichtbarer Zufriedenheit zurückblickt. Er ist keiner, der seine Erfolge in den Vordergrund stellt. Lochthowe spricht offen über die Herausforderungen seines Berufs. Besonders die frühen Jahre, in denen er gute Pferde verlor – nicht durch Verletzung, sondern durch Verkauf. „Ich dachte damals, ich komme nie darüber hinweg.“ Ein Satz, der nur jemand sagt, der mit voller Überzeugung und mit einer großen Pferdebegeisterung arbeitet. Heute geht er gelassener damit um. Man lernt, sagt er, dass Gemeinsam mit Monica Theodorescu bildet Lochthowe ein gutes Team (l.). Hendrik Lochthowe führte schon mehrfach das Berufsreiterchampionat an (r.). es weitergeht. Dass neue Pferde kommen. Neue Chancen. Neue Wege. Apropos neue Wege: Anfang dieses Jahres standen bei Hendrik Lochthowe innerhalb von wenigen Wochen gleich zwei große Veränderungen an. Nach 21 Jahren kehrte Hendrik Lochthowe wieder zurück in seine Heimat. Es war eine Bauchentscheidung und, wie er sagt, eine seiner besten. Dort arbeitet er wieder im Familienumfeld: mit der Unterstützung seines Vaters, der im Stall mithilft, und seiner Schwester, die organisatorisch wie praktisch mitträgt. Eine junge Mitarbeiterin, kurz vor der Meisterprüfung, ergänzt das Team. „Ich liebe es, zu reiten und zu unterrichten. Mich für die Pferde weiterzuentwickeln, bereitet mir Freude. Dieses Wissen weiterzugeben und das Gefühl weiterzutragen, wie leicht sich gutes Reiten anfühlt, motiviert mich“, beschreibt der 45-Jährige. So reitet Lochthowe täglich circa sechs bis sieben Pferde und gibt Unterricht. Mit der Rückkehr in die Heimat kam eine neue Aufgabe: die Berufung zum Co-Bundestrainer der deutschen Dressur. „Ich mache das sehr gerne“, sagt er, und man hört den Stolz zwischen den Zeilen. Er arbeitet eng an der Seite von Bundestrainerin Monica Theodorescu, beobachtet Reiter und Pferde, führt Gespräche, gibt Impulse. Das Ziel ist klar: feineres Reiten. Schönes Reiten. „Wir müssen alle daran arbeiten“, sagt er. Reiter, Trainer, Richter. Ein gemeinsamer Weg – und ein langer. Sein Blick auf die Zukunft ist klar: Er will weiterentwickeln, begleiten, unterstützen. Er will Momente wie in Crozet wieder erleben, wo er das deutsche Team bei den Europameisterschaften erstmals begleitet hatte. Mona-Sophie Wieland Foto: Lafrenz Foto: Dill

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