Reiterjournal Extra 2025 - Sonntag

gas-Vorstellung um einiges schneller als Sandmann (149 Sekunden). Wer ebenso für einen rasanten Fahrstil bekannt ist, ist der Schweizer Jérôme Voutaz. Mit einer exzellenten Runde entfachte Voutaz wieder einmal berechtigte Ekstase auf den Zuschauerrängen. Besonders seine Fahrt durch das zweite Marathonhindernis mit einem ganz neuen Weg, abgestimmt auf die Stärken seine Freiberger vor der Kutsche, war beeindruckend und zeigte die Klasse, die er als Fahrer hat. Einen unnötigen Abwurf hatte er am Kegelpaar vor der Wasserdurchfahrt. Dennoch war klar: Für ihn geht es ins Drive Off. Der Kampf um Runde zwei Auch der Belgier Glenn Geerts hatte bei seinem Start den zweiten Umlauf als Ziel, um Exell Konkurrenz zu machen. Jedoch brachte ein Fehler im zweiten Hindernis das Gespann ziemlich aus dem Konzept. Anschließend gab es einen weiteren Abwurf und keine Chance mehr für Geerts, das Missgeschick in einer zweiten Runde auszugleichen. Allerdings stand somit bereits fest: Anna Mareike Meier sollte eben diese zweite Chance bekommen. Es kam nun auf den Umlauf von Boyd Exell an, ob er oder Christoph Sandmann ein weiteres Mal gegen Voutaz und Meier antreten würden. Und obwohl sogar Exell einen kleinen Fehler machte – die Stangenpferde waren im ersten Hindernis leicht an das dritte Tor gekommen, wodurch ein Ball fiel – und vier Strafsekunden erhielt, war der Weltklasse-Fahrer noch schnell genug, um als bester Teilnehmer aus der ersten Runde ins Drive Off einzuziehen. Hier ging es für Meier als Erste an den Start. Zunächst sah es gut aus. Lediglich ein Ballabwurf im ersten Hindernis, da eine Wendung nicht ganz passte. Aber Meier und ihre Pferde waren schnell. „Ich habe mir die ersten Fahrer angeschaut, und als die alle schneller waren als ich gestern, wusste ich: Ich muss Vollgas geben.“ Dann aber musste Meier genau in puncto Zeit eine bittere Pille schlucken. Im zweiten Hindernis fand sie nicht den richtigen Weg aus Tor B heraus, musste einen langen Weg um das Hindernis herumfahren und so blieben einige Sekunden auf der Strecke. Insgesamt verblieben mitsamt der vier Strafzähler 171 Sekunden auf der Ergebnistafel. Selbst Voutaz ließ etwas Zeit auf der Strecke, da er innerhalb eines Hindernisses anhalten und neu ansetzen musste. Dadurch konnte er zwar einen folgenschweren Fehler vermeiden, hatte aber einen Ballabwurf und verlorenes Tempo. Und doch blieb ein starkes Ergebnis von 156 Sekunden sowie die gefestigte Erkenntnis: Mit höherem Tempo steigt auch die Fehleranfälligkeit. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war es keinem einzigen Fahrer gelungen, eine fehlerfreie Vorstellung zu zeigen. Also lag es nun an Exell zu zeigen, wie eine Null-FehlerRunde aussehen kann. Und es gelang. Mit ungeheurer Schnelligkeit sortierte der Meisterfahrer seine Leinen, zirkelte seine wendigen Pferde um die Hinderniselemente und ließ sie in bebendem Volltempo die Wege durch die Hütchen galoppieren. 139 Sekunden brauchte Boyd Exell mit seinem Erfolgsgespann, bestehend aus Bajnok, Barny, Katydid Duchess und Mad Max, um fehlerfrei über die Ziellinie und damit zu German Master Sieg Nummer elf zu fahren. Nun fehlen ihm nur noch zwei Siege, dann hätte Exell es geschafft, den amtierenden Rekordhalter der Vierspänner-Stuttgart-Siege zu schlagen. Denn derzeit führt Michael Freund die Statistik mit 13 Siegen (1994– 2006) an. Bei der Nachfrage, ob Boyd Exell anstrebt, diese Leistung zu überbieten, schmunzelt der Australier, freute sich über die neugewonnene Challenge und sagte klar: „Ich werde jedes Jahr nach Stuttgart kommen und versuchen, Michael Freund zu überbieten.“ So ist Exells Vorfreude auf die nächste Fahrt durch die Schleyer-Halle bereits jetzt groß und auch die fahrsportbegeisterten Zuschauer dürfen gespannt auf 2026 blicken. Die Turnierleitung stellte nämlich in Aussicht, dass nach dem Wochenende geplant wird, inwiefern die Vierspänner noch mehr Bühne bei den Stuttgart German Masters bekommen können. Als Publikumslieblinge und -liebhaber wäre es den Fahrern gegönnt. Nele Marie Hörster unter anderem • Pferdesportrecht • Pferdekaufrecht • Ausbilderhaftung • Tierhalterhaftung • Veranstalterhaftung • Vereinsrecht Königstraße 36 70173 Stuttgart Tel. (0711) 25 25 05-0 Fax (0711) 25 25 05-29 info@nannrae.de www.nannrae.de „I love it“, sagte Boyd Exell über das Stuttgarter Publikum und freut sich jetzt schon auf die German Masters 2026. Seite 14 Rei ter journal -Ext ra Sonntag, 16. November 2025 Foto: Lafrentz

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