Reiterjournal Extra 2025 - Sonntag

Seite 20 Rei ter journal -Ext ra Sonntag, 16. November 2025 Hauptkanzlei Rotbuchenstraße 1 81547 München Zweigstelle Jakobstraße 16 70839 Gerlingen +49 (0)89 723 088 – 96 f.karsch@rechtsanwaelte-karsch.de Bürogemeinschaft Oranje über Stuttgart Es war ein Zittern bis zum Schluss. Die Entscheidung, wer das Springen am Samstagabend für sich entscheiden sollte, wurde in einem zweiten Umlauf der besten zehn Paare der ersten Runde getroffen. Nach viel Risiko und mutigem Reiten kristallisierte sich Bas Moerings als Sieger heraus und sollte bis zum Ende ungeschlagen bleiben. Das internationale Springen über 1,55 Meter war mit zwei Umläufen ausgeschrieben. Angelehnt an die Art einer Siegerrunde wären die Strafpunkte aus dem Umlauf mitgenommen worden, wenn es welche gegeben hätte. Doch das Starterfeld war an diesem Abend schnell, wendig und vor allem eines: fehlerfrei! Also musste man, um am zweiten Umlauf teilnehmen zu dürfen, schon ordentlich aufs Gas drücken. Einem, dem das mit idealem Gleichmaß und Rhythmus gelang, war Bas Moerings. Stilistisch in feinster Art angelegt, ritt er im ersten wie im zweiten Umlauf eine Runde, die keine Zweifel offenließ. Seine Taktik, sich gleich zu Beginn des zweiten Umlaufs über die Außenbahn etwas Platz zu verschaffen, ging ideal auf und verschaffte ihm einiges an Vorsprung. Bis dato war es einzig Maximilian Weishaupt gelungen, in der zweiten Runde fehlerfrei zu bleiben. Doch anders als Moerings blieb er zunächst ruhig und gab seinem mit idealer Manier ausgestatteten Zuccero HV genau das richtige Maß an Vertrauen und Sicherheit, um sich mit zwei anstandslosen Runden vom Publikum feiern lassen zu können. Es wurde mehr als spannend. Immer wieder waren die Wendungen zur Kombination entscheidend, oft waren dort Fehler entstanden. Nicht aber bei Stuttgarts Publikumsliebling Hans-Dieter „Hansi“ Dreher, der mit seinem Cous Cous ordentlich auf die Tube drückte. Schon beim Einreiten fasste er seine Fahrleinen nach, um die Zeit des Niederländers zu jagen. Das Publikum hielt die Luft an. Gleich an Sprung zwei hätte der gewaltige Schimmel fast in die Oxerstangen eingefädelt, rettete sich allerdings mit seinem ganzen Vermögen. Auch auf dem Weg zur Mauer machte er sich die Distanz passend. Der Blick zur Uhr: Es war knapp. Zwischendrin lag Dreher vorn, doch nach der Ziellinie der Blick zur Uhr. Elf Hundertstel langsamer. Doch mit dem Applaus des Stuttgarter Publikums war es fast wie ein extra Kuss für Cous Cous nach der Runde. Mit im zweiten Umlauf dabei war auch der Sieger vom Freitagspringen. Die Rede ist von Rodrigo Giesteira Almeida. Auch ihm gelang im Sattel seiner quirligen Fuchsstute GB Diamantina eine sensationelle Runde. Doch auch er verschenkte in der Wendung zur Kombination die nötigen Zehntel, die ihn später von Platz eins und zwei trennen sollten. Die absolut schnellste Zeit lieferte wieder einmal Sophie Hinners, die für das Stechen den schicken und modern aufgemachten Iron Dames Kaleni Jo gesattelt hatte. Der Wallach mit den schnellen Reflexen ließ sich von Hinners mühelos durch den Parcours führen, doch auch ihnen wurde der Einsprung der Kombination zum Verhängnis. Der Fehler verhinderte den Sieg, schenkte ihr aber wie bereits am Freitagabend im Stuttgart German Master den fünften Rang hinter Weishaupt. Rang sechs ging an das Geburtstagskind des gestrigen Tages, Kevin Staut. Auch er war in der Split-Time schneller gewesen als Bas Moerings, musste aber einen durchaus ärgerlichen Fehler im zweiten Umlauf in Kauf nehmen. Leonie Wolff Bas Moerings wird zum fliegenden Holländer von Stuttgart. Fotos: TOMsPic

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