das Reiten längst Familientradition hat. Schon Opa und Oma hatten mit „Paarden“ zu tun, Papa Geert war als Ausbilder vielfach bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde am Start. Auch Bas’ Mutter Marie-Louise trug als Amateur-Dressurreiterin das Pferdevirus im Blut. Nur an Bas schien für lange Zeit die Begeisterung für die Vierbeiner vorbeizuziehen. Das änderte sich schlagartig, als seine jüngere Schwester Eline ihr erstes Pony in den Stall bekam, damals im Alter von zehn Jahren. Der Fußball lag ab diesem Tag immer häufiger in der Ecke. „Zum Missfallen meiner Schwester wollte ich dann auch mal in den Sattel“, erinnert sich der heutige Profispringreiter. Die Leidenschaft wuchs, das Springreiten war die Wunschdisziplin. Bas, so sollen wir ihn ab jetzt nennen, lacht: „Auch das Dressurreiten habe ich, beziehungsweise meine Mutter mit mir, mal ausprobiert, aber da bin ich ein hoffnungsloser Fall!“ Im Parcours hatte er von Anfang an Talent. Die Schule lief aufgrund des Reitens irgendwann nur noch nebenher. Der Berufswunsch war nach den – mit ‚Ach und Krach‘ – bestandenen Abschlussprüfungen schnell klar: Berufsreiter war das Ziel. Er lernte von Top-Ausbildern in seinem Heimatland, zu seinem größten Lehrmeister wurden die Pferde selbst. „Da wir in meiner Familie alle total gerne züchten, hatte ich immer junge Pferde zum Reiten. Sie besser zu machen und auszubilden, darauf lag der Fokus – mein Leben lang. Und während ich mich auf ihre Entwicklung konzentriert habe, habe ich mich dann auch Sonntag, 16. November 2025 Rei ter journal -Ext ra Seite 35 auf das gesamte Warensor t iment ! Rabatt nur für Bestellungen am Messestand. Nicht kombinierbar mit anderen Aktionen oder Codes. Vorbeikommen, beraten lassen & sparen – das HippoSport-Team freut sich auf dich! Triff das HippoSport-Team in Saal 6 – mit Fachberatung & Messeaktionen. 10% Rabatt www.hipposport .de Als am Freitagabend die Startliste für das entscheidende Stechen um den Mastertitel ansteht, reiht sich ein großer Name an den anderen. Die Weltspitze versammelt sich, mittendrin eine Ausnahme: der Niederländer Bas Moerings. Ihn hat man noch nicht oft auf solchen Turnieren gesehen. Auf der Pressetribüne steckt man die Köpfe zusammen – keiner weiß so richtig viel über ihn. Später wird klar: kein Wunder! Der Profispringreiter steht nicht allzu gerne im Mittelpunkt. Doch an diesem Abend kommt er nicht drum herum, Moerings zieht die Blicke auf sich. Viele Worte braucht es dafür nicht – die Runden im Sattel seiner zehnjährigen KWPN-Stute Kivinia sprechen für sich. Nach einem fehlerfreien Umlauf galoppiert der Jungprofi aus Roosendaal, sichtlich unbeeindruckt von der kochenden Stimmung in der ausverkauften Hanns-Martin-SchleyerHalle, im Stechen zielstrebig in die Top drei. Nur Epaillard und Vogel sind schneller. Olympiasieger, Europameister und andere Titelträger lässt Bas Moerings ohne Schweißperlen auf der Stirn hinter sich. Grund genug für uns, den Springreiter kennenzulernen – den Mann, der sich scheinbar still und heimlich nach ganz oben ritt. So treffen wir am nächsten Tag in der Pressestelle den jungen Holländer, der zurückhaltend, fast schüchtern wirkt. Er redet nicht gerne über seine Sammlung an Schleifen und Erfolgen. Dabei könnte er mit Triumphen im Nachwuchslager als „Dutch Champion“ und als Goldmedaillengewinner bei Europameisterschaften prahlen, aber das ist nicht seine Art. Viel lieber möchte er über seine Familie oder seine Pferde sprechen – das ist das, was er liebt und was ihn ausmacht. Zunächst die Pferde, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Und das, obwohl Starker Auftritt im German-Master-Springen von Bas Moerings und Kivinia Foto: Lafrentz
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