Reiterjournal Extra 2025 - Sonntag

Seite 36 Rei ter journal -Ext ra Sonntag, 16. November 2025 selbst weiterentwickelt. So bin ich zu dem Springreiter geworden, der ich heute bin“, erklärt der Drittplatzierte des German-Masters-Springens. Heute betreibt er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester den heimischen Hof mit circa 24 Boxen. Jährlich kommen dort sieben bis acht Fohlen auf die Welt. Die Zucht steht im Zentrum des Familienbetriebs. Alles machen die Moerings zu Hause selbst: vom Füttern bis zum Misten, vom Hufbeschlag bis zu Heu und Stroh. Alle sind gefragt, alle packen mit an. Geert Moerings hat die Landwirtschaft im Griff, Bas hat die Obhut über die Ausbildung der eigenen Zucht. Auch der Verkauf gehöre dazu – immer wieder muss einer gehen. Bas: „Mich macht es total stolz, unsere Pferde dann auch im Fernsehen unter anderen Reitern erfolgreich in aller Welt zu sehen.“ Lillie Keenan, Cian O’Connor und einige andere Top-Reiter haben schon eingekauft in Roosendaal. Im Stall bleiben wird aber auf unbegrenzte Zeit Kivinia, jene Schimmelstute, die in den letzten Tagen das Stuttgarter Publikum verzaubert hat. Zweimal ist sie schon Mama geworden: einmal auf natürlichem Weg und einmal per Embryotransfer. „Sie hat tollen Nachwuchs hervorgebracht. Dieses Pferd ist in allem, was es tut, einfach gut“, schwärmt ihr Reiter, dessen Augen im gleichen Moment zu leuchten beginnen. Sie würde immer alles geben, eine ruhige Runde, das wäre mit ihr eigentlich unmöglich. Im letzten Jahr habe sie gegen Ende der Saison ein paar Kilometer zu viel auf dem Tacho gehabt. Nach zwei Monaten Pause und viel Weide war sie zurück – doppelt so stark und voller Tatendrang. Genau wie der Hengst Ipsthar, mit dem Bas Moerings am heutigen Sonntag in sein allererstes Weltcupspringen einreitet, stammt Kivinia aus der eigenen Zucht. Beide Pferde verschafften dem Stuttgart-Neuling herausragende Erfolge in der vergangenen Saison. Beide machen ihren Reiter zum niederländischen Shootingstar. Das Formhoch der letzten Wochen und Monate setzt sich hier bei den German Masters fort. Gestern Abend gelang dem sympathisch bodenständigen Niederländer der Sieg im iWest Preis. Sollte das so weitergehen, stehen die Türen ins „Oranje“-Championatsteam wohl offen. In Aachen war er noch nie zuvor. Die Weltmeisterschaft – das wäre eine Premiere nach Maß. Sollte der WMTraum für Bas Moerings am Ende aber doch nicht in Erfüllung gehen, wäre das halb so schlimm, sagt er ganz glaubwürdig. Was ihm wirklich wichtig ist, ist das Leben fernab des Rampenlichts. Moerings: „Top-Turniere sind etwas Tolles, das ist aber nichts für die Ewigkeit. Das Ausbilden und gemeinsame Wachsen zu Hause – das ist das, was mich komplett erfüllt.“ Florian Adam Bas Moerings ist zum ersten Mal bei den German Masters zu Gast. (l.) Geert (l.) und Bas Moerings ziehen an einem Strang. (u.) Fotos: TOMsPic

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