Reiterjournal Extra 2025 - Sonntag

Seite 38 Rei ter journal -Ext ra Sonntag, 16. November 2025 Der Mann der klaren Worte Seit 47 Jahren ist Holga Finken Berufsreiter – fast genauso lange gehört er zu den gefragtesten Trainern der Republik. Ein Blick auf seine Trainingsphilosophie. Holga Finken macht um sein Alter kein großes Geheimnis. 63 Jahre jung ist der gebürtige Hemmoorer. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er Berufsreiter. In 47 Jahren hat der wortgewandte Sympathieträger Spuren im Dressursport hinterlassen. Schon früh machte sich Finken im Sattel einen Namen. Gleich zehnmal führte ihn ein Youngster im Dressurviereck zum Bundeschampionatstitel, zweimal Gold gab es bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde obendrauf. 200 S-Siege plus 76 im nationalen und internationalen Grand-PrixSport ergänzen seine Bilanz. Bis heute sitzt er fest im Sattel, erst vor zwei Wochen kam der nächste S-Sieg hinzu. Geschätzt wird der Dressurausbilder aber längst auch als Trainer – hierzulande, aber auch über die Landesgrenzen hinaus. Zu seinen bekanntesten Schützlingen gehörte einst Kristina Bröring-Sprehe, als sie den Piaff-Förder-Preis für sich entschied. Heute trainiert der Profi, der als Pferdemann durch und durch gilt, internationale Top-Reiter, wie unter anderem Susan Pape und Isabel Freese. Letztere ist seit ihrer Lehre in Finkens Händen. Er führte sie in die Weltspitze – ihren größten Erfolg feierten Trainer und Schülerin mit Total Hope OLD bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr. Einige der Besten im Viereck vertrauen auf sein Wort. Das feine, klassische Dressurreiten, für das er selbst im Sattel stand und steht, vermittelt Finken weiter an seine Schüler und Schülerinnen. „Gefühl, Gefühl, Gefühl, darauf kommt es in unserem Sport an, das müssen wir als Trainer fordern. Wer das nicht mitbringt, sollte eher auf eine andere Sportart setzen“, so der Dressurexperte. Größten Einfluss auf seine heutigen Lehren hatte vor vielen Jahren die berühmte Trainerlegende Herbert Rehbein. Finken: „Was ihn auszeichnete, war sein unglaubliches Wissen gepaart mit Menschlichkeit. Seine Spezialität waren fliegende Wechsel und Pirouetten. Einer Kuh hätte er das beibringen können!“ Diese Mischung aus Sachverstand und Einfühlungsvermögen für Reiter und Pferd verkörpert der Pferdewirtschaftsmeister heute selbst. „Ein guter Trainer muss meines Erachtens eine Respektperson sein. Auch mal klare Worte finden können, Tacheles reden. Aber eben auf positive, Trainer des Tages: Holga Finken Foto: Lafrentz

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