Portrait: Isabell Werth

Sie ist die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, sammelte bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften mehr als 30 Medaillen verschiedenster Farben zuletzt Team-Bronze bei der EM in Aachen), war Weltcup-Siegerin, gewann 20 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und verzauberte nicht zuletzt seit mehr als 20 Jahren auch die Zuschauer in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Hier ließ sie sich elf Mal als Siegerin im Grand Prix Special um den GERMAN MASTER und sechs Mal als Beste in der Kür feiern, hier verabschiedete sie 2000 ihren Fuchswallach Gigolo, das erfolgreichste Dressurpferd der Welt, aus dem großen Sport und 2011 Satchmo – tränenreich und mit vielen Gefühlen, nicht nur bei ihr selbst, sondern auch beim Publikum. Und in Stuttgart erhielt sie 2013 den Otto-Lörke-Preis für Nachwuchspferde für ihre westfälische Stute Bella Rose. Mit ihr gewann Isabell Werth bei den Weltreiterspielen in Caen im August 2014 die Mannschafts-Goldmedaille.


21. Juli 1969

Rheinberg

Aufgewachsen ist Isabell Werth auf dem Bauernhof der Eltern. Dort hatte sie von frühester Kindheit an Umgang mit Pferden und saß bereits mit fünf Jahren erstmals im Sattel. Allerdings gehörte ihre Leidenschaft zunächst dem Spring- und Vielseitigkeitsreiten. Erst als ihr späterer Trainer und Mentor Dr. Uwe Schulten-Baumer die damals 17-Jährige unter seine Fittiche nahm, tauschte sie die Reitjacke gegen den Frack. Damit begann ihr Aufstieg zum Weltstar, der erstmals 1989 bei den Europameisterschaften Mannschafts-Gold holte. In Donaueschingen rückte sie mit zwei EM-Titeln dann so richtig ins Rampenlicht – und seitdem gewann sie Titel und Medaillen bei Olympia, bei Weltreiterspielen und bei kontinentalen Meisterschaften. 

Die studierte Juristin, die seit 2004 in Rheinberg ihren eigenen Turnier- und Ausbildungsbetrieb managt und 2009 Sohn Frederik zur Welt brachte, kam nach der Babypause zurück und schlug bald wieder Medaillenkurs ein: 2010 WM-Mannschafts-Bronze in Lexington, 2011 EM-Mannschafts-Silber in Rotterdam und 2014 WM-Mannschafts-Gold in Caen.

Eng verbunden sind die großen Siege von Isabell Werth in den Dressur-Vierecken der Welt mit Gigolo FRH, der 26 Jahre alt wurde. Erfolgreich agierte sie aber auch nach der „Ära Gigolo“, wenngleich nach dessen Abschied zweifelsohne eine gewisse Zäsur in ihrer Karriere eintrat. Aber es gelang ihr, andere Pferde an die Spitze heranzuführen, zum Beispiel den Fuchswallach Warum nicht FRH – liebevoll „Hannes“ genannt – der 19 Jahre alt wurde. Oder den 1994 geborenen Satchmo („er ist eines der besten Pferde, die ich jemals unter dem Sattel hatte“), den sie selbst ausgebildet hat und der sie 2006 bei den Weltreiterspielen in Aachen zu zwei WM-Titeln und zum olympischen Gold mit dem Team 2008 in Hongkong trug. Im Einzel musste sie Anky van Grunsven (Niederlande) den Vortritt lassen. 

Mit dem Internationalen Reitturnier STUTTGART GERMAN MASTERS ist Isabell Werth nicht nur durch die Verabschiedungen Gigolos und Satchmos in ganz besonderer Weise verbunden. Seit Jahren wirbt sie bei PR-Auftritten für das Turnier oder gibt Trainingsstunden in Reitervereinen. 

Größte Erfolge:

1989

Mannschafts-Europameisterin

1991

Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)

Mannschafts-Europameisterin

Deutsche Meisterin

1992

Mannschafts-Olympiasiegerin

Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung

Deutsche Meisterin

Siegerin Weltcup-Finale Göteborg

1993

Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)

Mannschafts-Europameisterin

1994

Weltmeisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)

Mannschafts-Weltmeisterin

1995

Europameisterin Einzelwertung und Mannschafts-Europameisterin

Deutsche Meisterin

Siegerin Hamburger Dressur-Derby

1996

Olympiasiegerin Einzelwertung und Mannschafts-Olympiasiegerin

Deutsche Meisterin

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1997

Europameisterin Einzelwertung und Mannschafts-Europameisterin

Deutsche Meisterin

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1998

Weltmeisterin Einzelwertung und Mannschafts-Weltmeisterin

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1999

Mannschafts-Europameisterin

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2000

Mannschafts-Olympiasiegerin

Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung

2001

Mannschafts-Europameisterin

2003

Mannschafts-Europameisterin

2005

Siegerin Grand Prix STUTTGART GERMAN MASTERS

2006

Weltmeisterin Grand Prix Special und Mannschafts-Weltmeisterin

WM-Bronzemedaille Kür

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2007

Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)

EM-Silbermedaille Einzelwertung (Kür) und Mannschaft

Deutsche Meisterin

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

Siegerin Weltcup-Finale Las Vegas

2008

Mannschafts-Olympiasiegerin

Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung

Deutsche Meisterin

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

2009

Deutsche Meisterin Grand Prix Special

2010

WM-Bronzemedaille Mannschaft

Deutsche Meisterin Grand Prix Special und Kür

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen

Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

2011

EM-Silbermedaille Mannschaft

Siegerin Nationenpreis CDIO Aachen

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2012

Siegerin Grand Prix Special CDIO Aachen

2013

Mannschafts-Europameisterin 

Siegerin Nationenpreis CDIO Aachen

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Kür Wiesbaden

2014

Mannschafts-Weltmeisterin

Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2015

EM-Bronzemedaille Mannschaft

Sechste Grand Prix Kür Weltcup-Finale

Achte Grand Prix Weltcup-Finale

Zweite Deutsche Meisterschaften Grand Prix Special und Kür


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