Portrait: Isabell Werth

Sie ist die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, sammelte bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften mehr als 30 Medaillen verschiedenster Farben, war Weltcup-Siegerin, gewann 20 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und verzauberte nicht zuletzt seit mehr als 20 Jahren auch die Zuschauer in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle.


Hier ließ sie sich zehn Mal als Siegerin im Grand Prix Special um den GERMAN MASTER und sechs Mal als Beste in der Kür feiern, hier verabschiedete sie 2000 ihren Fuchswallach Gigolo, das erfolgreichste Dressurpferd der Welt, aus dem großen Sport und 2011 Satchmo – tränenreich und mit vielen Gefühlen, nicht nur bei ihr selbst, sondern auch beim Publikum. Und in Stuttgart erhielt sie im vergangenen Jahr den Otto-Lörke-Preis für Nachwuchspferde für ihre westfälische Stute Bella Rose. Mit ihr gewann Isabell Werth bei den Weltreiterspielen in Caen im August die Mannschafts-Goldmedaille.

Aufgewachsen ist Isabell Werth auf dem Bauernhof der Eltern. Dort hatte sie von frühester Kindheit an Umgang mit Pferden und saß bereits mit fünf Jahren erstmals im Sattel. Allerdings gehörte ihre Leidenschaft zunächst dem Spring- und Vielseitigkeitsreiten. Erst als ihr späterer Trainer und Mentor Dr. Uwe Schulten-Baumer die damals 17-Jährige unter seine Fittiche nahm, tauschte sie die Reitjacke gegen den Frack. Damit begann ihr Aufstieg zum Weltstar, der erstmals 1989 bei den Europameisterschaften Mannschafts-Gold holte. In Donaueschingen rückte sie mit zwei EM-Titeln dann so richtig ins Rampenlicht – und seitdem gewann sie Titel und Medaillen bei Olympia, bei Weltreiterspielen und bei kontinentalen Meisterschaften. 

Die studierte Juristin, die seit 2004 in Rheinberg ihren eigenen Turnier- und Ausbildungsbetrieb managt und 2009 Sohn Frederik zur Welt brachte, kam nach der Babypause zurück und schlug bald wieder Medaillenkurs ein: 2010 WM-Mannschafts-Bronze in Lexington, 2011 EM-Mannschafts-Silber in Rotterdam und 2014 WM-Mannschafts-Gold in Caen.

Eng verbunden sind die großen Siege von Isabell Werth in den Dressur-Vierecken der Welt mit Gigolo FRH, der 26 Jahre alt wurde. Erfolgreich agierte sie aber auch nach der „Ära Gigolo“, wenngleich nach dessen Abschied zweifelsohne eine gewisse Zäsur in ihrer Karriere eintrat. Aber es gelang ihr, andere Pferde an die Spitze heranzuführen, zum Beispiel den mittlerweile 18-jährigen Fuchswallach Warum nicht FRH – liebevoll „Hannes“ genannt. Oder den 1994 geborenen Satchmo („er ist eines der besten Pferde, die ich jemals unter dem Sattel hatte“), den sie selbst ausgebildet hat und der sie 2006 bei den Weltreiterspielen in Aachen zu zwei WM-Titeln und zum olympischen Gold mit dem Team 2008 in Hongkong trug. Im Einzel musste sie Anky van Grunsven (Niederlande) den Vortritt lassen. 

Mit dem Internationalen Reitturnier STUTTGART GERMAN MASTERS ist Isabell Werth nicht nur durch die Verabschiedungen Gigolos und Satchmos in ganz besonderer Weise verbunden. Jahrelang warb sie bei PR-Auftritten für das Turnier oder gab Trainingsstunden in Reitervereinen. 

Größte Erfolge:

Isabell Werth

21. Juli 1969

1989

  • Mannschafts-Europameisterin

1991

  • Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)
  • Mannschafts-Europameisterin
  • Deutsche Meisterin

1992

  • Mannschafts-Olympiasiegerin
  • Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Weltcup-Finale Göteborg

1993

  • Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)
  • Mannschafts-Europameisterin

1994

  • Weltmeisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)
  • Mannschafts-Weltmeisterin

1995

  • Europameisterin Einzelwertung und Mannschafts-Europameisterin
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Hamburger Dressur-Derby

1996

  • Olympiasiegerin Einzelwertung und Mannschafts-Olympiasiegerin
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1997

  • Europameisterin Einzelwertung und Mannschafts-Europameisterin
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1998

  • Weltmeisterin Einzelwertung und Mannschafts-Weltmeisterin
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

1999

  • Mannschafts-Europameisterin
  • Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2000

  • Mannschafts-Olympiasiegerin
  • Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung

2001

  • Mannschafts-Europameisterin

2003

  • Mannschafts-Europameisterin

2005

  • Siegerin Grand Prix STUTTGART GERMAN MASTERS

2006

  • Weltmeisterin Grand Prix Special und Mannschafts-Weltmeisterin
  • WM-Bronzemedaille Kür
  • Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2007

  • Europameisterin Einzelwertung (Grand Prix Special)
  • EM-Silbermedaille Einzelwertung (Kür) und Mannschaft
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS
  • Siegerin Weltcup-Finale Las Vegas

2008

  • Mannschafts-Olympiasiegerin
  • Silbermedaille Olympische Spiele Einzelwertung
  • Deutsche Meisterin
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

2009

  • Deutsche Meisterin Grand Prix Special

2010

  • WM-Bronzemedaille Mannschaft
  • Deutsche Meisterin Grand Prix Special und Kür
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür CDIO Aachen
  • Siegerin Grand Prix, Grand Prix Special und Kür STUTTGART GERMAN MASTERS

2011

  • EM-Silbermedaille Mannschaft
  • Siegerin Nationenpreis CDIO Aachen
  • Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS

2012

  • Siegerin Grand Prix Special CDIO Aachen

2013

  • Mannschafts-Europameisterin 
  • Siegerin Nationenpreis CDIO Aachen
  • Siegerin Grand Prix und Grand Prix Special STUTTGART GERMAN MASTERS
  • Siegerin Grand Prix und Grand Prix Kür Wiesbaden

2014

  • Mannschafts-Weltmeisterin


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